Minijob, studentische Aushilfe oder Werkstudent: Was ist die beste Anstellungsart für Studenten?

Kategorie: Jobsuche

Neben dem Studium zu arbeiten, gehört schon fast zum guten Ton. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Wohnungsmiete und das Studentenfutter vom BAföG bestreiten ließen. Und außerdem: Wer möchte schon mit einem ganzen Rucksack voll von theoretischem Wissen die Uni verlassen und praktisch trotzdem keine Ahnung haben? Sich einen Job zu suchen, ist also keine Frage mehr, sondern eine Pflichtaufgabe, sobald die erste Immatrikulationsbescheinigung im Briefkasten liegt. Wäre da nur nicht die lästige Frage nach der Anstellungsart. Wo du früher einfach beim Bäcker nebenan im wahrsten Sinne des Wortes deine Brötchen verdient hast, warten heute ein paar mehr Möglichkeiten auf dich.

Die Qual der Wahl ist zugegebenermaßen allerdings eher ein Luxusproblem. Du hast nämlich die Möglichkeit, dir genau den Job in dem Unternehmen auszusuchen, der exakt zu deinem Zeitplan und zu deinen finanziellen Vorstellungen passt. Ob Minijob, studentische Aushilfe oder Werkstudent: Alle Modelle bringen Vor- und Nachteile mit sich, die genau betrachtet werden wollen, bevor du dich auf die Suche nach einem Job machst. Genau das kannst du hier machen. So wird die Jobsuche nicht zur berühmten Nadel im Heuhaufen, sondern zu einem strategischen Vorhaben, mit dem du genau das erreichst, was du möchtest: Einen Job, der dir auf lange Sicht auch neben dem Studium Freude macht.

Minijob, studentische Aushilfe oder Werkstudent: Wo ist der Unterschied?

Unternehmen beschäftigen gerne Studenten. So kommt nicht nur frischer Wind in alte Strukturen, sondern es entstehen auch wertvolle Kontakte, die nicht selten längerfristig Fachkräfte anziehen. Deswegen bieten sie für Studenten immer Möglichkeiten an, einem Job nachzugehen. Für dich bedeutet das einen großen Vorteil, denn du kannst dir selbst aussuchen, wie viel du neben dem Studium arbeiten möchtest. Die folgenden drei Anstellungsarten sind die gängigsten Beschäftigungsmodelle für Studenten:

#1 Minijob: Arbeiten für Einsteiger

Im ersten Semester geht es meistens darum, das Leben neben dem Studium irgendwie geregelt zu bekommen. Da muss ein Job her, der keine großen Anforderungen an dein Gehirn stellt. Genau das bringt ein Minijob mit sich. Hier unterstützt du ein festes Team auf 450-Euro-Basis und übernimmst Aufgaben, für die meistens keine große Einarbeitungszeit notwendig ist. Minijobs sind in jeder größeren Stadt schnell zu finden. Ob als Assistenz im Büro, als Verkaufshilfe oder an der Kasse im Supermarkt: Meistens genügt eine Kurzbewerbung und schon hast du einen Nebenjob.

#2 Studentische Aushilfe: Erste praktische Erfahrungen

Auch als studentische Aushilfe wirst du meist auf 450-Euro-Basis angestellt und arbeitest je nach Stundenlohn zwischen acht und zehn Stunden pro Woche. Allerdings sind Ausschreibungen für studentische Aushilfen häufig bereits fachlich gebunden. So findest du einen Job, in dem du zum ersten Mal deine fachlichen Kompetenzen einsetzen kannst, ohne viel Verantwortung übernehmen zu müssen. Diese Jobs werden gerne an Studenten ab dem dritten Fachsemester vergeben und sind nicht selten auch direkt an deiner Universität zu finden. An der Hochschule sind dies dann häufig sogenannte Jobs als studentische Hilfskraft (SHK oder HiWi).

#3 Werkstudenten: Der Einstieg in die Arbeitswelt

Der Ferrari unter den Jobs für Studenten ist inzwischen die Option Werkstudent. Zwar bist du bei dieser Arbeit noch eingeschrieben, allerdings wirst du in Teilzeit schon voll fachlich in einem Unternehmen eingebunden. Maximal 20 Wochenstunden darfst du hier arbeiten, um alle Vorteile genießen zu können. Sowohl Unternehmen, als auch Studenten profitieren von dieser Option, da für beide Seiten wertvolle Kontakte und Erfahrungen entstehen. Aufgrund der hohen zeitlichen Belastung und der erforderlichen Fachkompetenz werden Jobs für Werkstudenten häufig an Kandidaten vergeben, die bereits das Grundstudium abgeschlossen haben.

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Die Anstellungsarten: So entscheidest du dich

Bei den einzelnen Optionen ist bereits deutlich geworden, dass für die verschiedenen Jobs meistens bestimmte Anforderungen an die Fachkompetenz vorausgesetzt werden. Allerdings kannst du auch schon als Student im ersten Semester durch Vorpraktika mehr Erfahrung mitbringen, als ein Langzeitstudent im zehnten Semester. Oder du befindest dich kurz vor deiner Abschlussprüfung und möchtest nur wenige Stunden arbeiten. Für alle Anstellungsarten gibt es Vor- und Nachteile. Lies dir die folgenden Argumente genau durch und mach dir eine eigene Checkliste. So findest du den Job, der am besten zu deinem Studium passt.

#1 Minijob und studentische Aushilfe: Flexibel und schnell

Bei beiden Anstellungsarten arbeitest du auf 450-EUR-Basis und übernimmst eine Unterstützungsfunktion innerhalb eines Unternehmens. Folgende Vor- und Nachteile können dir Aufschluss darüber geben, ob diese Anstellungsart für dich geeignet ist.

✓  Flexibilität ist das Schlagwort bei Minijobs. Du wirst je nach Bedarf eingesetzt und hast meistens ein Mitspracherecht in der wöchentlichen Planung deiner Arbeitszeit.
✓  Als Minijobber hältst du dir den Kopf frei für dein Studium und nimmst selten Aufgaben mit nach Hause. So startest du frisch in jeden neuen Unitag.
✓  Unternehmen erwarten von studentischen Aushilfen und Minijobbern nicht, das Rad neu zu erfinden. So arbeitest du dich schnell ein und kannst Aufgaben ohne große Mühen bewältigen.

#2 Werkstudent: Referenzen und Kontakte schon im Studium

Der Einstieg in einen Werkstudentenjob möchte gut überlegt werden, da dies nicht selten der Einstieg in ein Unternehmen deiner Wahl ist. Ob du damit richtig liegst, zeigen dir die folgenden Argumente:

✓  Als Werkstudent wirst du in Prozesse eingebunden und übernimmst fachliche Verantwortung. Diese Herausforderung kann dazu beitragen, dein Wissen aus dem Studium direkt praktisch anzuwenden.
✓  Die meisten Unternehmen bezahlen Werkstudenten deutlich besser als Minijobber. Stundenlöhne von bis zu 15 EUR sind keine Seltenheit.
✓  Werkstudentenjobs können im Lebenslauf als praktische Erfahrung gewertet werden. Namhafte Unternehmen als Referenz sind für dich als Absolventen immer eine gute Reputation.
✓  Als Werkstudent bekommst du tiefe Einblicke in den realen Arbeitsalltag und beendest dein Studium mit einer klaren Vorstellung davon, wo du später arbeiten wirst. Oder eben auch nicht.

Steuern und dein Sparschwein: Darauf solltest du achten

Wenn du jetzt eine Vorstellung davon hast, welche Anstellungsart zu dir und deinem Studium passen könnte, dann lohnt sich noch eine kleine Überlegung hinsichtlich deiner Finanzen. Denn auch beim besten Job geht es schließlich auch darum, was letzten Endes auf deinem Konto landet.

Gerade als BAföG-Empfänger und familienversicherter Student solltest du nämlich eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse erstellen, bevor du deinen Arbeitsvertrag als Werkstudent unterschreibst. Freibeträge bis 450 EUR monatlich werden meistens problemlos akzeptiert, alles über dieser Grenze bedarf einer genauen Recherche. Rechne dir daher deinen finalen Stundenlohn abzüglich aller Nebenkosten aus. Nur so kannst du eine fundierte Entscheidung treffen.

Eine gute Idee ist auch der Gang zum Steuerberater an deiner Uni. So gehst du sicher, dass am Ende des Jahres keine Kostenfalle auf dich wartet. Das macht der beste Job nicht wieder wett!

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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.